Medikamente sind aus Sicht der modernen Medizin unverzichtbar – fast jeder nimmt sie regelmäßig oder bei Bedarf ein. Viele Wirkstoffe gelangen jedoch über verschiedene Wege in die Umwelt: durch falsche Entsorgung, über den Urin oder das Ausspülen von Resten. So gelangen sie ins Abwasser, in Kläranlagen, Oberflächengewässer und schließlich ins Grund- und Trinkwasser – mit möglichen Folgen für Umwelt und Gesundheit.
Nicht nur der Mensch, auch Nutz- und Haustiere werden häufig mit Medikamenten behandelt, um sie gesund und leistungsfähig zu halten. Der größte Teil der Tierarzneimittel wird in der Intensivtierhaltung verbraucht, dies sind vor allem Antibiotika und Antiparasitika. Die am häufigsten verschriebenen Humanarzneimittel sind Entzündungshemmer, Asthmamittel und Psychotherapeutika. Ein Großteil der Medikamente gelangt auf verschiedene Arten und Weisen über Umwege oder direkt in die Abwassersysteme, die Kläranlagen, die Oberflächengewässer und schließlich ins Grund- und Trinkwasser.
Die Zulassung und das Inverkehrbringen von Arzneimitteln werden durch das Arzneimittelgesetz geregelt. Europäische Richtlinien regeln die Zulassung neuer Human- und Tierarzneimittel.
Hierzu zählen die Verbesserung der Tierhaltungs- und Hygienebedingungen, aktives Tiergesundheits- und Betriebsmanagement sowie Qualifizierung des landwirtschaftlichen Personals.
Im Haushalt beginnt der Schutz unserer Gewässer. Jeder kann einen Teil dazu beitragen, denn es lohnt sich sorgsam mit Wasser umzugehen. Wasser ist eine wichtige Kreislaufressource und ständig in Bewegung. Was täglich als Trinkwasser aus dem Hahn fließt, ist nach dem Gebrauch nicht verschwunden, sondern gelangt über unser Kanalsystem in ein Klärwerk und anschließend zurück in unsere Gewässer. Im Klärwerk durchläuft das Wasser mehrere Reinigungsstufen und geht anschließend in den natürlichen Wasserkreislauf zurück. Durch die Ausstattung von Kläranlagen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe, wie einer Ozonbehandlung des Abwassers oder einer Aktivkohlefilterung können Spuren von Arzneimitteln und deren Abbauprodukte effektiv eliminiert werden. Durch den Abfluss oder die Toilette gelangen oft Dinge in die Kanalisation, die nicht ins Abwasser gehören. Das verursacht Probleme wie verstopfte Pumpen und Rohrleitungen, aufwändige Arbeiten im Klärwerk und gelangt manchmal auch in Flüsse und Gewässer. Einige Substanzen können trotz modernster Technik nicht aus dem Wasser entfernt werden. Gelangen diese Stoffe in die Gewässer, schaden Sie der Umwelt. Helfen Sie mit, damit weniger Arzneimittel in unser Abwasser gelangen und die Gewässer nicht unnötig belastet werden. Wir alle können dazu beitragen, unsere Gewässer zu schützen.
Abgelaufene oder nicht verbrauchte Arzneimittel (Tabletten, Kapseln, Salben, Säfte, Tropfen, Sprays, Pflaster) dürfen keinesfalls über die Toilette oder den Abfluss entsorgt werden. Die Entsorgung von Medikamentenresten über den Restabfallbehälter ist erlaubt, besser noch ist eine Entsorgung über Schadstoffsammelstellen, auch Apotheken nehmen oft Medikamente zurück, obwohl sie gesetzlich nicht dazu verpflichtet sind. Hier in Castrop-Rauxel ist der Umweltbrummi regelmäßig auf Tour und sammelt neben Medikamenten auch Batterien, Akkus, Energiesparlampen, Farben und Lacke ein.
Abfall immer in den Mülleimer
Entsorgen Sie Wattestäbchen, Pflaster, Hygieneartikel, Kaugummis, Zigarettenkippen, Vogelsand, Feuchttücher Lebensmittelreste und Fette nicht über die Toilette. Diese Abfälle gehören in den Restabfallbehälter!
Gefahrstoffe gehören in den Sondermüll
Motoröle, Farben, Lacke, Pinselreiniger, Spezialreiniger etc. sollten auf keinen Fall ins Abwasser gelangen. Reste in den Verpackungen beim Recyclinghof entsorgen.
Weniger ist oft mehr
Verwenden Sie Reinigungsmittel, Duschgels und Waschmittel sparsam. Umweltschonende Haushaltsprodukte sind oft besser abbaubar als andere Produkte. Auf die Verwendung von Weichspülern, WC-Steinen und aggressiven Sanitärreinigern verzichten.