Der Klimawandel stellt die Stadtplanung und -entwicklung vor neue Herausforderungen: Wie können wir heute und in Zukunft mit zunehmenden Wetterextremen umgehen? Um Städte widerstandsfähiger zu machen, sind gezielte Maßnahmen gefragt – etwa zum Schutz vor Starkregen, Überflutungen und sommerlicher Hitze. Klimaanpassung bedeutet, vorausschauend zu handeln: durch kluge Planung, geeignete Infrastruktur und nachhaltige Lösungen für lebenswerte Städte trotz extremer Wetterverhältnisse.
Klimaanpassung umfasst alle Maßnahmen und Strategien, mit denen sich Gesellschaft, Städte und Infrastruktur auf die spürbaren und unvermeidbaren Folgen des Klimawandels vorbereiten. Ziel ist es, Risiken wie Hitze, Starkregen oder Trockenheit zu begegnen und Schäden zu minimieren – für mehr Sicherheit und Lebensqualität auch in Zukunft.
Klimaanpassung bezieht sich auf die Maßnahmen und Strategien, die ergriffen werden, um sich an die unvermeidlichen Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Während die Minderung von Treibhausgasemissionen entscheidend ist, um die Erderwärmung zu begrenzen, ist es ebenso wichtig, sich auf die Veränderungen vorzubereiten, die bereits stattfinden oder in der Zukunft erwartet werden. Es gibt mehrere wichtige Bereiche, wenn es um Klimaanpassung geht.
1. Verstehen der Risiken
Klimaanpassung beginnt mit der Identifizierung und Bewertung der spezifischen Risiken, die durch den Klimawandel in einer Region entstehen. Dazu gehören extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen, Dürre, Hitzewellen und Stürme sowie langfristige Veränderungen wie der Anstieg des Meeresspiegels.
2. Infrastruktur anpassen
Die Anpassung der Infrastruktur ist entscheidend, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber klimatischen Veränderungen zu erhöhen. Dies kann den Bau von Hochwasserschutzanlagen, die Verbesserung von Abwassersystemen und die Entwicklung von hitzebeständigen Gebäuden umfassen.
3. Natürliche Systeme schützen
Der Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme, wie Wälder, können als Puffer gegen die Auswirkungen des Klimawandels dienen. Diese Ökosysteme bieten nicht nur Schutz, sondern tragen auch zur Kohlenstoffspeicherung bei.
4. Wasserressourcen managen
Die Anpassung an den Klimawandel erfordert ein effektives Management von Wasserressourcen, insbesondere in Regionen, die von Dürre oder Überschwemmungen betroffen sind. Strategien können die Speicherung von Regenwasser, die Verbesserung der Wassernutzungseffizienz und den Schutz von Wasserquellen umfassen.
5. Gesundheitsschutz
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die öffentliche Gesundheit sind erheblich. Maßnahmen zur Klimaanpassung sollten auch den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung umfassen, indem beispielsweise die Verbreitung von durch Vektoren übertragenen Krankheiten überwacht und Maßnahmen zur Hitzeschutzplanung ergriffen werden.
6. Bildung und Bewusstsein
Die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Auswirkungen des Klimawandels und die Bedeutung der Anpassung ist entscheidend. Bildung und Schulungsprogramme können helfen, das Bewusstsein zu schärfen und die Gemeinschaften zu mobilisieren.
Extreme Wetterlagen nehmen zu – eine der deutlichsten Folgen des Klimawandels ist der zunehmende Starkregen. Dabei fallen innerhalb kurzer Zeit ungewöhnlich große Mengen an Niederschlag. Problematisch wird es, wenn das Kanalnetz überlastet ist und das Wasser nicht schnell genug abfließen kann. Die Folge: überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Doch nicht nur die Städte sind betroffen. Auch kleinere Gewässer wie Bäche, Flüsse oder Seen können über die Ufer treten. In solchen Fällen spricht man von Hochwasser – mit teils gravierenden Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Eigentum.
Um solchen Ereignissen vorzubeugen, können gezielte Schutzmaßnahmen ergriffen werden – sowohl privat als auch auf kommunaler Ebene. Die Stadtplanung entwickelt hierfür konkrete Konzepte, etwa zur Regenrückhaltung, zur Entsiegelung von Flächen oder zur Schaffung grüner Infrastruktur.
Ob und in welchem Ausmaß das eigene Grundstück durch Hochwasser, Starkregen oder Überschwemmungen gefährdet ist, lässt sich über das bundesweite Geoportal nachvollziehen.
Das Geoportal ist ein zentrales Werkzeug für Vorsorge, Bauplanung und Klimaanpassung. Dort erfahren Sie:
Auf der Website www.flussgebiete.nrw.de finden Sie umfangreiche Informationen rund um das Thema Hochwasser. Im Bereich Hochwasserkarten.NRW stehen Ihnen unter anderem folgende Karten zur Verfügung:
Hochwassergefahrenkarte
Zeigt, welche Flächen bei verschiedenen Hochwasserszenarien überflutet werden könnten – auch entlang von Flüssen, Bächen und Seen.
Hochwasserrisikokarte
Stellt dar, welche potenziellen Schäden bei Hochwasser zu erwarten sind – unter Berücksichtigung der vorhandenen Bebauung und Nutzung.
Starkregengefahrenhinweiskarte
Berechnet auf Basis eines 3D-Geländemodells (ohne Einbeziehung von Entwässerungssystemen). Zeigt, wo sich bei Starkregen Wasser ansammeln oder abfließen könnte.
Karte der festgesetzten Überschwemmungsgebiete
Zeigt gesetzlich ausgewiesene Überschwemmungsflächen, die bei einem 100-jährlichen Hochwasser betroffen sein können. In diesen Bereichen gelten besondere Bau- und Nutzungsvorgaben.
Diese Karten helfen Ihnen als Eigentümer:in, Mieter:in oder Kommune dabei, Risiken präzise einzuschätzen und gezielt Vorsorgemaßnahmen zu treffen.
In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten die Emschergenossenschaft und der Lippeverband gemeinsam mit den Städten der Emscher-Lippe-Region an einer klimaangepassten und wassersensiblen Stadtentwicklung. Ziel ist es, die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren nachhaltig zu verbessern. Der sogenannte blau-grüne Umbau begann bereits 2005 mit der „Zukunftsvereinbarung Regenwasser“ (ZVR), einer Kooperation zwischen der Emschergenossenschaft, den Emscher-Kommunen und dem Land NRW. 2014 wurde daraus die „Zukunftsinitiative Wasser in der Stadt von morgen“, heute weiterentwickelt zur Zukunftsinitiative Klima.Werk.
Für die Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Klimaanpassung – insbesondere zur Abkopplung von Regenwasser, zur Entsiegelung oder zur Starkregen-Resilienz – stehen Fördergelder zur Verfügung. Diese können von Kommunen, Unternehmen, Institutionen sowie Bürgerinnen und Bürgern im Verbandsgebiet der Emschergenossenschaft beantragt werden. Weitere Informationen zu den Förderprogrammen gibt es unter: www.klima-werk.de
Es ist eine Tatsache: Der Klimawandel führt zu einer deutlichen Zunahme der Hitzebelastung, insbesondere in den Sommermonaten. Ältere und gesundheitlich geschwächte Menschen sind besonders gefährdet. Deshalb werden in Castrop-Rauxel gezielt Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und zur Verbesserung des Stadtklimas umgesetzt. Dazu zählen unter anderem:
Die Stadt Castrop-Rauxel, der EUV Stadtbetrieb und engagierte Bürger:innen arbeiten Hand in Hand, um die Stadt hitzetolerant und lebenswert zu machen.