Mit dem Ratsbeschluss vom 06.12.2012 hat die Stadt Castrop-Rauxel ein klares Zeichen für nachhaltige Stadtentwicklung gesetzt: Der „Masterplan Energiewende und Klimaschutz“ wurde auf den Weg gebracht. Ziel ist es, konkrete Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, um den Energieverbrauch zu senken, den Einsatz erneuerbarer Energien zu fördern und aktiv zum Klimaschutz beizutragen.
Im Jahr 2015 wurde ein Zwischenbericht von der Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft erstellt. Dieser basiert auf einem umfassenden Beteiligungsprozess sowie der engen Zusammenarbeit mit dem EUV Stadtbetrieb. Das Ergebnis trägt den Titel „Aktionsprogramm 2030“ und stellt die nächste Etappe auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Stadt dar. Um identifizierte Themenfelder für den Masterplan zu bewerten, wurden in 2014 insgesamt 14 Expertengespräche mit relevanten Akteuren u.a. aus Politik und Stadtverwaltung geführt. Bei den bewerteten Themenfeldern handelte es sich um folgende:
Das Aktionsprogramm 2030 beinhaltete eine Reihe von Projektvorschlägen zu jedem der o.g. Themenfelder des Masterplans, aus denen in einem partizipativen Prozess fünf bis sechs Projekte identifiziert. Der Masterplan ist nicht als ein starres Konstrukt anzusehen, sondern ist als Prozess zu verstehen, der durch ein stetiges Monitoring begleitet wird und an die sich wandelnden soziostrukturellen, ökologischen und ökonomischen Bedürfnisse in Castrop-Rauxel angepasst geschehen soll.
Für das Stadtgebiet Castrop-Rauxel wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Nymoen Strategieberatung GmbH & Co. KG ein integriertes Wärmekonzept erarbeitet, das 2015 abgeschlossen wurde. Ziel war es, eine sozialverträgliche und nachhaltige Wärmestrategie zu entwickeln, die langfristig zur Minderung der CO₂-Emissionen beiträgt. Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Der Bericht umfasst das Emissionsminderungspotenzial für Castrop-Rauxel, benennt konkrete Maßnahmen zur Erreichung von Emissionsminderungen, analysiert die stadteigenen Controllingstrukturen, berücksichtigt Strategien der Öffentlichkeitsarbeit in Form eines Konzeptes und zeigt politische Handlungsempfehlungen auf.
Die Analyse erfolgte quartiersbezogen und hat daher den Anspruch auch teilräumliche Besonderheiten und Charakteristiken der verschiedenen Quartiere in Castrop-Rauxel zu berücksichtigen. Die Maßnahmen werden auf vier Maßnahmenpakete verteilt, welche die folgenden Bereiche umfassen.
Gebäudesanierung
Bei Umsetzung der Maßnahmen können, laut der neuen Wärmemarktstrategie, 30 Prozent des CO2- Ausstoßes allein im privaten Wohnungsmarkt in den nächsten 15 Jahren in Castrop-Rauxel eingespart werden.
Für ein ausgewähltes Gebiet im Stadtteil Habinghorst wurde 2016 ein integriertes Energiekonzept erstellt – gefördert durch das KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung (432)”. „Integriert“ bedeutet, dass nicht nur energetische Aspekte umfassend analysiert wurden, sondern auch stadtplanerische, gesellschaftliche und soziale Faktoren in die Betrachtung einflossen. So entstand ein Maßnahmenpaket, das auf die örtlichen Gegebenheiten und die Ergebnisse aus zwei durchgeführten Workshops abgestimmt.