Die Deponie wurde vor 1972 betrieben, also bevor das heutige Abfallgesetz mit technischen Sicherungssystemen wie Sickerwasser- und Gasfassung, Sohl-, Flanken- oder Oberflächenabdichtung sowie Oberflächenentwässerung in Kraft trat. Deshalb gab es damals keine modernen Schutzmaßnahmen wie Abdichtungen oder Entwässerungssysteme. Untersuchungen, die der Kreis als zuständige Behörde durchgeführt hat, zeigten, dass von der alten Müllablagerung Gefahren ausgehen – vor allem von einem Bereich namens „Teersumpf“. Diese Gefahren betreffen das Grundwasser und den nahe gelegenen Bach. Deshalb gilt die Deponie Brandheide als Altlast und muss saniert werden.
Aufgrund von Untersuchungen, die die zuständige Kreisordnungsbehörde veranlasst hat, wurde festgestellt, dass von der Altablagerung konkrete Gefahren ausgehen, insbesondere durch den sogenannten Teersumpf. Dieser belastet das Grundwasser und den Bachlauf im Bereich der Deponie. Die Deponie Brandheide gilt somit als Altlast im Sinne des § 2 Abs. 5 Nr. 1 BBodSchG und musste gemäß § 4 Abs. 3 BBodSchG saniert werden. Als Verantwortliche für die von der Altlast ausgehenden Gefahren war die Stadt Castrop-Rauxel als frühere Deponiebetreiberin anzusehen. Die Abfallproduzenten und –anlieferer dagegen schieden nach juristischer Prüfung bei Altablagerungen als Verantwortliche aus, da der unmittelbare Verursachungsbeitrag in den Handlungen des Deponiebetreibers zu sehen war. Da die Stadt Castrop-Rauxel außerdem Eigentümerin der wesentlichen, von den Ablagerungen betroffenen Grundstücke ist, ist sie auch zustandsverantwortlich.
Mit den Ingenieurverträgen vom 12.03.2003, 08.12.2005 und 07.12.2010 beauftragte der EUV Stadtbetrieb Castrop-Rauxel – AöR die CDM Consult GmbH mit der Planung der Sanierung der Altdeponie Brandheide. Dies umfasste die Leistungsphasen 1 bis 4 sowie die Erstellung eines landschaftspflegerischen Begleitplans. Außerdem wurde die Firma mit der Ausarbeitung der Ausschreibungsunterlagen für die Leistungsphasen 5 und 6 beauftragt.
Da der AAV (Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung NRW)) seit 20.05.2008 auch in Fällen der Sanierungspflicht von Gemeinden oder Gemeindeverbänden tätig werden kann, wurde der Standort Brandheide im Jahr 2008 in den Maßnahmenplan des AAV zur Sanierung aufgenommen. Hiermit einher ging eine neuerliche Überprüfung der fachlichen, technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen möglicher Sanierungsansätze, welche in einem modifizierten Sanierungskonzept zusammengefasst wurden.
Dieses Sanierungskonzept wurde den beteiligten Behörden zugesandt und in einem separaten Erörterungstermin vorgestellt und diskutiert. Dem vorgestellten Sanierungskonzept wurde unter Einhaltung bestimmter Randbedingungen zustimmt, so dass ein Sanierungsplan gem. § 13 BBodSchG und Anhang 3 BBodSchV erstellt und mit Datum vom 10.05.2016 vom Kreis Recklinghausen für verbindlich erklärt worden ist. Er beinhaltet die folgenden Elemente, die in der Sanierungsstufe 1 zwischen 2017-2020 umgesetzt wurden.
Im Anschluss zur Sanierungsstufe 1 erfolgte eine ca. 2-jährige Monitoring- und Entscheidungsphase, in der eine Erfassung von Sickerwassermengen und -qualitäten (vor und nach Behandlung), anhand derer eine Entscheidung über die Notwendigkeit weitergehender Sanierungsmaßnahmen (Sanierungsstufe 2) vollzogen wurde. Die Sanierungsstufe 2 beinhaltete folgende Maßnahmen:
Im Rahmen der Sanierung der Deponie Brandheide wurden außerdem folgende Maßnahmen durchgeführt, für die im Rahmen des Ökologieprogramms Emscher-Lippe ein Förderantrag gestellt und genehmigt wurde:
Die Gewässer 12.2. und 12.2.2 sind Bestandteil des Nettebachsystems und bilden somit ebenfalls Zuläufe der Emscher.
Durch die, im Rahmen zur Sanierung der Altdeponie Brandheide, durchgeführte Offenlegung und Wiederherstellung des Mühlenbachs wurde eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem Zustand vor der Sanierung erreicht. Durch die Offenlegung des Gewässers wurden die Bereiche, die keine oder nur eine geringe ökologische Bedeutung besitzen, als Optimierungs- und Entwicklungsbereiche für potentielle Feuchtstandorte aufgewertet. Des Weiteren wurden durch die Offenlegung die Grundlagen für den Arten- und Biotopschutz bzw. den Biotopverbund in diesem Bereich verbessert und die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers hergestellt. Die Offenlegung stellt somit eine Optimierung der Emscher bzw. ihrer Zuläufe dar. Weiterhin erfolgte durch die Maßnahme eine Sicherung bzw. Entwicklung von Naturschutzgebieten bzw. von für den Naturschutz entwickelbaren Flächen.
Im Zuge der Sanierung der Deponie Brandheide fanden mehrere Informationsveranstaltungen für Anwohner und Interessierte statt. Dabei wurden der Sanierungsstand, geplante Maßnahmen und mögliche Auswirkungen transparent erläutert und Fragen aus der Bevölkerung beantwortet. Ziel war es, den Dialog zu fördern und Vertrauen in den Sanierungsprozess zu schaffen.
Am 02.09.2015 fand eine Bürgerinformationsveranstaltung zur Sanierung der Deponie Brandheide statt. Den ca. 70-80 anwesenden betroffenen Bürgerinnen und Bürgern wurde die geplante Baumaßnahme und der weitere zeitliche Ablauf erläutert. Anregungen zur Baustraßenführungen wurde aufgenommen und geprüft.
Am 04.10.2017 fand eine Bürgerinformationsveranstaltung zur Sanierung der Deponie Brandheide statt. Den ca. 60-70 anwesenden betroffenen Bürgerinnen und Bürgern wurde die bevorstehende Baumaßnahme erläutert. Es wurden Fragen zum Baustellenverkehr, den anstehenden Fällarbeiten und der Beweissicherung beantwortet.
Am 15.06.2018 fand eine Begehung der Baustelle Deponie Brandheide statt. Den ca. 60-70 anwesenden betroffenen Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Politik wurde die Sanierungsbaustelle im Rahmen einer Begehung unter fachkundiger Führung vorgestellt. Die einzelnen, bis dahin umgesetzten und in der Landschaft erkennbaren Sanierungsabschnitte und Bauwerke wurden den Interessierten bei sonnigem Wetter durch die Projektbeteiligten erläutert.
Am 11.07.2018 fand eine Begehung des Mühlenteiches statt. Durch die Projektbeteiligten wurden die geplanten Maßnahmen am und um den Mühlenteich erläutert und Anregungen zur weiteren Gestaltungen gesammelt.
Am 6. Dezember 2018 fand auf der Baustelle der ehemaligen Deponie Brandheide in Castrop-Rauxel ein Pressegespräch statt. Ziel war es, die im Jahr 2018 durchgeführten Baumaßnahmen vorzustellen und den Fortschritt der Sanierung zu dokumentieren .